Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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Prof. em. Dr. Dr. h.c. Stefan Hradil
Institut für Soziologie, Universität Mainz
Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

Seit Jahrhunderten wird das Thema Armut kontrovers diskutiert. Diejenigen, die Leistung und Tüchtigkeit für sich in Anspruch nahmen, sahen Armut oft anders als viele Arme oder karitative Einrichtungen. Heute scheiden sich die Geister unter anderem an der Frage, wie „schlimm“ relative Armut in Wohlstandsgesellschaften im Vergleich z.B. zu hungernden Menschen in Afrika ist. Besonders heftig gehen die Meinungen darüber auseinander, ob sich Armut auf Einkommensmangel beschränkt oder ob sich mittlerweile in Deutschland eine Unterschicht mit eigenen Denk- und Verhaltensweisen herausgebildet hat.
In diesem Diskurs lassen sich vier Auffassungen wachsender Radikalität unterscheiden: Eine Sichtweise verneint, dass es in Deutschland mittlerweile eine Unterschicht gibt. Vertreter einer anderen Ansicht diagnostizieren insofern eine Unterschicht, als die Resignation innerhalb der armen Bevölkerung zunimmt. Eine dritte, politisch durchaus brisante Auffassung geht davon aus, dass es mittlerweile in der armen Bevölkerung ein eigenes System des Denkens und Verhaltens gibt. Ein besonders radikaler, oft kritisierter vierter Standpunkt gibt darüber hinaus der Unterschicht die Schuld an ihrer Situation und Lebensweise, unter anderem wegen eines Mangels an Disziplin.
Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass viele Aspekte dieser Debatte im Grunde an die Mittelschicht adressiert sind, um so sozialpolitische Leistungskürzungen zu legitimieren, ein Feindbild zu schaffen und Angst vor dem sozialen Abstieg zu schüren. Diese Strategie erzeuge nicht selten Aggressivität gegenüber Armen, Arbeitslosen oder Migranten.
Prof.‘in em. Dr. Margherita Zander
Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Münster

In den letzten zehn bis 15 Jahren hat sich die empirische Sozialforschung intensiver denn je mit „Kinderarmut in Deutschland“ befasst und entsprechende Erkenntnisse vorgelegt. Uns steht also ausreichend differenziertes Wissen zur Verfügung, wie Kinder familiäre Armut erleben und bewältigen sowie welche kurz- und längerfristigen Folgen für die Betroffenen daraus resultieren. Auch fehlt es nicht an Vorschlägen, wie diesem gravierenden Problem mit gesellschaftspolitischen Maßnahmen zu Leibe zu rücken wäre. Gleichzeitig wird in Fachkreisen breit diskutiert, auf welche Weise man zumindest die negativen Folgewirkungen für die Kinder und Familien (Stichwort: sekundäre Armutsprävention, z.B. Resilienzförderung) begrenzen könnte.
Trotz allem stagniert Kinderarmut weiterhin auf erschreckend hohem Niveau. Haben sich Politik und Gesellschaft, haben wir alle uns schlicht an diesen Missstand gewöhnt?
Die renommierte Sozialwissenschaftlerin Professorin Dr. Margherita Zander hat sich Jahrzehnte mit diesem gesellschaftlichen Problem auseinandergesetzt und referiert den Stand der neuesten sozialwissenschaftlichen wie sozialpolitischen Forschung.
Prof. Dr. Michael Butter
Universität Tübingen

Dass Donald Trump einmal Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte, hätten vor dem Wahlabend allein aufgrund seiner bombastischen Rhetorik wenige Beobachter des politischen Establishments vermutet. Der Sieg Trumps beruhte dabei wesentlich auf einer rhetorischen Mischung aus Übertreibung, irreführenden Informationen und bewussten Verschwörungstheorien. Trump nutzte diese Elemente vor und nach der Wahl mit einer Vehemenz, die seine Gegner überraschte und die Politik in den Vereinigten Staaten nachhaltig änderte. Das Webinar wird den Aufstieg und die Präsidentschaft Donald Trumps unter diesen Gesichtspunkten kritisch beleuchten.
Buchlesung und Gespräch mit Dörte Ahlers

Anna lebt mit ihren Eltern und ihren beiden älteren Brüdern in Schweden. Als der Vater ein Jobangebot in Deutschland bekommt, beginnt eine jahrelange Odysee.
Von Großeltern und Freunden getrennt, müssen Anna und ihre Brüder ihr Leben in Armut und asozialen Verhältnissen verbringen. Die Alkoholexzesse der Eltern enden stets in unsagbarer häuslicher Gewalt, die der Entwicklung der Kinder so schadet, dass Anna eines Tages Opfer ihres eigenen Bruders wird …
Offen und ehrlich gibt die Autorin Dorthe Ahlers einen tieferen Einblick in ihr schicksalhaftes Leben, das lange Zeit von Gewalt geprägt war. Die glaubhafte Schilderung ihrer Geschichte soll anderen Menschen bei der Bewältigung ähnlicher schrecklicher Erlebnisse helfen.

Dorthe Ahlers, geboren in Schweden, kam als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie durchlebte eine schwere Kindheit und Jugend. Mit ihrem Buch “Angst zeigt Gesicht” schreibt sich die Autorin eine Last von der Seele und will damit anderen Gewaltopfern helfen.

Die Buchlesung findet in Kooperation mit der Landeszentrale politische Bildung Thüringen statt.
Der Mensch, der den „logos“ (zugleich Vernunft und Sprache) besitzt, kann nur als „politikon zoon“ mit seinen
Mitmenschen leben, mit denen er Werte wie die Gerechtigkeit und das Nützliche teilt (Aristoteles).
Für Platon ist die Gerechtigkeit die Grundeigenschaft, nicht nur für das Individuum, sondern auch für die Gesellschaft und für den Staat.
Wenn wir uns die Frage stellen: „Bin ich gerecht?“ oder ist meine Gesellschaft oder der Staat gerecht?“, können wir das Thema der Nachhaltigkeit nicht vermeiden, weil uns sich dieses Thema der Nachhaltigkeit aufdrängt, wenn wir unsere Lebensbedingungen betrachten.
Diese Lebensbedingungen werfen die Frage auf, ob wir als Person, als Bürger, als Mensch gerecht sind. Nicht nur im Sinn des kantschen kategorischen Imperativs (Kritik der praktischen Vernunft), sondern auch im Sinn Hans Jonas Prinzip Verantwortung.
Wie Prof. Felix Ekardt, Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik, es in der "Theorie der Nachhaltigkeit" schreibt, stellt die Nachhaltigkeit ethische, juristische und politische Probleme, die mit dem Begriff der Gerechtigkeit in Zusammenhang stehen. Wir werden versuchen, diese Problematik des Zusammenhangs zwischen Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu klären.
Das 1530/31 in Schmalkalden gegründete protestantische Schutzbündnis entwickelt sich innerhalb von wenigen Jahren zu einem der bedeutendsten Machtfaktoren. Herr Dr. Lehmann berichtet über den Aufstieg und den Fall des Bundes, der im Schmalkaldischen Krieg sein Ende findet. Auf Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden wird zu diesem Thema ab März 2017 eine neue Dauerausstellung mit moderner Technik und außergewöhnlicher didaktischer Umsetzung. zu sehen sein.

Keine Anmeldung möglich Talentcampus "Kunsthandwerk-Handwerkskunst - Ich probiere mich aus" (Anmeldung bitte direkt in der vhs oder im Max Inn)

(MGN, Mo., 9.10., 9.30 Uhr )

Ferienworkshop im Jugendklub Max Inn in Meiningen

Die vhs Meiningen organisiert in den Herbstferien von Montag bis Freitag ein buntes Ferienprogramm für dich.

Anmeldung und Information:
Bitte meldet euch im Max Inn. Dort liegen Flyer und die Anmeldeformulare und Listen aus.

Ansprechpartner:
Wiltrud Hardt und Katrin Heim
Tel.. 03693-502003

Natürlich könnt ihr euch auch in der vhs anmelden.
Ansprechpartner:
Kerstin Lauer und Bianca Menger
Tel. 03693-50180
Prof. Dr. Christian Arndt
Fakultät Agrarwirtschaft, Volkswirtschaft und Management,
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen

Regelmäßig bestimmen Befunde über den Zustand der Mittelschicht die öffentliche Debatte. Die Einschätzungen aus Wissenschaft und Politik zeichnen sich häufig durch ihre Widersprüchlichkeit aus.
Während auf der einen Seite vor dem Schrumpfen der Mittelschicht, Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt oder wachsenden Einkommensunterschieden gewarnt wird, sehen andere Beobachter keinen Grund zur Sorge. Der unvoreingenommene, interessierte Beobachter bleibt bei dieser Vielfalt an Einschätzungen irritiert zurück. Es scheint, als sei alles eine Frage der Perspektive, der Betonung, der Definition, letztlich einer politischen Instrumentalisierung.
Ziel des Vortrags ist es deshalb, die aktuellen Forschungsergebnisse zu Umfang, Struktur und Entwicklung der Mittelschicht zusammenzutragen und zu verdichten. Wer zählt zur Mittelschicht? Wie entwickeln sich Einkommen, Vermögen und Chancen in der gesellschaftstragenden Mitte zwischen Arm und Reich? Was ist dran an der in den Medien vielbeschworenen "Erosion" der Mittelschicht in Deutschland? In welchem Zusammenhang steht das Schwinden der Mitte und die ökonomische Krise? Was könnte die Politik tun?
Prof. Dr. Christian Arndt lehrt Volkswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen und stellt in diesem Vortrag seine jüngsten Forschungen zum Mittelstand in Deutschland vor.
Das Wirtschaftswachstum erreicht seine Grenzen. Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise machte die Labilität des gegenwärtigen Systems deutlich. Doch wie kann Stabilität geschaffen werden?
Die Entwicklung von Alternativen darf nicht allein der Politik überlassen werden, sondern muss vielmehr, mit Blick auf zukünftige Generationen, von den Betroffenen selbst mitgestaltet werden. Besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen bieten sich für junge Menschen immer weniger Zukunftsperspektiven. Supermarktketten, kleine Bauernhöfe, Kirchen und Schulen fallen den Konzentrationsprozessen zum Opfer, schließen ihre Türen. Eine dezentrale Daseinsvorsorge wird immer schwerer.
Dabei bildet gerade der gemeinschaftliche Ansatz enorme Potentiale für wirtschaftliche Alternativen und eine nachhaltige Entwicklung. Denn auch in den schwierigen Zeiten bieten Genossenschaften ihren Mitgliedern eine beständige wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Förderung. Die Verbindung von Solidarität und Ökonomie zielt auf eine alternative Form des Wirtschaftens ab, die sich im Gegensatz zur kapitalistischen Marktwirtschaft nicht an Gewinnmaximierung und Konkurrenz, sondern dem Zweck der Förderung ihrer Mitglieder und dem Gemeinwohl orientiert.
Im Workshop werden Beispiele gemeinschaftlichen Wirtschaftens vorgestellt und diskutiert.

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